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Die Bachelorarbeit – Magazin | August 4, 2020

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Masterarbeit: Wissenschaftliches Schreiben

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Du bist diszipliniert genug, um am Ende des Semesters wochenlang für deine Klausuren zu lernen. Jeden Tag sitzt du spätestens um neun Uhr morgens im Lernraum, schaust dir die Aufzeichnungen der Vorlesungen an, ackerst die Aufgaben aus den Übungen durch und lernst stupide auswendig. Nach Wochen intensiver Klausurvorbereitung kann dich keine Multiple Choice Frage mehr schocken. Doch jetzt sitzt du wieder vor deinem Computer, öffnest dein Textdokument und sollst deine Masterarbeit schreiben. Die Bachelorarbeit hat irgendwie geklappt, aber die Masterarbeit ist doch eine andere Hausnummer. Alles Nötige ist abgeklärt: Du hast einen Dozenten gefunden, der deine Abschlussarbeit betreut. Gemeinsam habt ihr ein Thema ausgewählt, das dich interessiert und die ersten wissenschaftlichen Papers, die du gelesen hast, klangen ganz brauchbar. Die Gliederung ist klar strukturiert und die einzelnen Unterpunkte passen zu deinem Argumentationsverlauf deiner Masterarbeit. Du hast die ersten fünf Seiten des Hauptteils geschrieben und liest sie dir noch einmal durch. Unzufrieden schüttelst du den Kopf. Klingt das wirklich wissenschaftlich genug? Wiederholen sich meine Gedanken nicht ständig und könnte ich das Geschriebene nicht auf eine halbe Seite kürzen? Fast jeden vierten Satz musst du zweimal lesen: Wirklich flüssig liest sich der Text nicht. Damit ihr eure Masterarbeit verständlich schreiben könnt und euer Prof eure Arbeit angemessen honoriert wird, wollen wir euch ein paar Ratschläge für die Textgestaltung der Masterarbeit geben.

Kriterien der Wissenschaftlichkeit bei der Masterarbeit

Jede Kommunikationssituation erfordert ganz unterschiedliche Sprachregister. Wenn ihr in einem Blog über eure Erlebnisse von eurem Auslandssemester berichtet, werdet ihr ganz andere Satzkonstruktionen und Wörter benutzen, als wenn ihr eurer Versicherung  einen Schaden meldet. Das gleiche gilt für die Masterarbeit. In der Regel kann man schnell erkennen, welche Texte dem wissenschaftlichen Kontext zuzuordnen sind. Jeder kennt die gängigen Klischees über sie: Für den Uneingeweihten sind sie nur schwer verständlich, weil viele Fachbegriffe und Fremdwörter benutzt werden. Oft wird das Passiv verwendet und komplizierte Nebensatzkonstruktionen gebraucht, die in Bandwurmsätzen münden. Viele dieser klischeehaften Zuschreibungen treffen auf die meisten wissenschaftlichen Texte und Abschlussarbeiten zu. Dennoch machen diese Eigenschaften eure Masterarbeit noch nicht wissenschaftlich! Die obersten Kriterien der Wissenschaftlichkeit sind Intersubjektivität und Originalität. Diese gilt es auch bei dem Verfassen der Masterarbeit zu beachten. Die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit müssen unter den gleichen Bedingungen nachprüfbar sein und gleichzeitig muss eine eigenständige Leistung erkennbar sein. Daraus ergeben sich Konsequenzen für den Text eurer Masterarbeit.

Die Masterarbeit und wissenschaftlicher Stil

Ein erster Einstieg bei der Suche nach eine Vorlage für wissenschaftlichen Stil kann sein, einen Aufsatz zum Thema der Masterarbeit von eurem Prüfer zu lesen. Es muss nicht unbedingt sein, dass er einen perfekten wissenschaftlichen Stil beherrscht, wie ihr in euch vorstellt. Jedoch könnt ihr seine Schreibweise in Teilen übernehmen. Der Prüfer wird ähnliche Maßstäbe für eure Masterarbeit anlegen, die er für seine eigenen Texte benutzt. Übernehmt ihr beispielsweise seine Art der Begriffsbildung, den Aufbau der Argumente und die Zitierweise, habt ihr Chance auf eine möglichst gute Bewertung. Wenn ihr eure Masterarbeit schreibt, ist eine klare und eindeutige Formulierung zu empfehlen. Wenn ihr auf eine Studie verweist, erklärt warum ihr das tut. Welche Schlüsse könnt ihr aus der Studie ziehen und inwieweit ist das für eure Argumentation förderlich? Als Schreibender solltet ihr höchstens in der Einleitung oder am Schluss der Masterarbeit auf euch selbst verweisen. Versteckt euch trotzdem nicht hinter Passivkonstruktionen. Sie erwecken zwar schnell den Anschein von Wissenschaftlichkeit, verschleiern aber oftmals, was ihr aussagen wollt.

Wiederholungen bei der Masterarbeit

Die Masterarbeit hat gegenüber der Bachelorarbeit einen erheblich erweiterten Umfang und stellt höhere Ansprüche an euch. Praktisch heißt dass, dass ihr viel mehr Seiten schreiben müsst, um die erforderliche Mindestanzahl zu erreichen. So kann es leicht geschehen, dass ihr nach fünf oder zehn Seiten merkt, dass ihr das bereits Geschriebene lediglich in anderen Worten wiederholt. Ihr solltet Wiederholungen niemals als Füllmaterial benutzen! Gleichzeitig kann nicht jeder Sachverhalt in zwei oder drei Sätzen umfassend dargestellt werden. Es gilt das richtige Maß zu finden für eure Masterarbeit zwischen Redundanz und Kompaktheit. Ihr müsst euch vergegenwärtigen, dass ihr über Wochen lang an einer spezifischen Fragestellung arbeitet. Ihr habt unterschiedliche Gedankenansätze, verwerft einige davon und entwickelt manche von ihnen weiter. In eurer Masterarbeit sollte euer gesamter Gedankenverlauf nachzulesen sein, soweit er für die Argumentation dienlich ist. Es ist notwendig im Text Wiederholungen einzufügen, um den Sachverhalt dem Leser näher zu bringen. Habt ihr eure Masterarbeit fertiggestellt, gebt sie Freunden zur Korrektur, die sprachkompetent sind. Sie erkennen als Außenstehende Formulierungsschwierigkeiten, die ihr als Schreiber übersehen habt.

 

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