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Die Masterarbeit – Magazin | October 5, 2022

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Die Masterarbeit zu zweit schrieben - ein Gemeinschaftsprojekt

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Besonders im Sommer, wenn die Tage länger werden und die Sonne von Woche zu Woche intensiver scheint, schwindet die Lust jedes Absolventen, alleine Zuhause am Schreibtisch zu sitzen und an seiner Masterarbeit zu schreiben. Denn spätestens seit der Bachelorarbeit weiß jeder Student, dass eine Abschlussarbeit vor allem eines ist: Viel Arbeit! Um einiges umfangreicher als die Bachelorarbeit, wird die Masterarbeit mit viel Kopfzerbrechen, langen Abenden am Schreibtisch oder in der Bibliothek und der ein oder anderen verzweifelten Phase verbunden sein. Dabei soll die Masterarbeit doch nun wirklich und endlich der Abschluss von zehn harten Semestern sein, das Meisterstück des Absolventen, der Einstieg in das Berufsleben. Um diesen Druck und die Arbeitsbelastung nicht alleine stemmen zu müssen, starten einige Studierende das Gemeinschaftsprojekt Masterarbeit und schreiben zu zweit an ihrer Abschlussarbeit. Das hört sich zunächst einmal gut an: Zusammen mit einem guten Studienfreund seine Abschlussarbeit schreiben, ganz nach dem Mott geteiltes Leid ist halbes Leid. Die zähen Abende einfach gemeinsam in der Bibliothek verbringen, statt 80 Seiten plötzlich nur noch 40 Seiten Text abliefern: Die Vorzüge scheinen klar zu überwiegen. Die gemeinsame Arbeit an einem derart großen und wichtigen Projekt wie der Masterarbeit sollte jedoch wohlüberlegt sein, denn sie birgt so manche Schwierigkeit.

Gemeinschaftsprojekt Masterarbeit – Wie fange ich es richtig an?

Überlegt man an der Option, die Masterarbeit nicht alleine zu schreiben, sollte dieses Projekt von Beginn an gut organisiert sein. Zuerst solltest du dir natürlich überlegen, ob es einen Kommilitonen gibt, mit dem du deine Abschlussarbeit gemeinsam schreiben möchtest und der genauso viel Lust hat, seine Arbeit mit dir zu schreiben. Auch wenn natürlich jeder gerne mit seinem besten Freund zusammenarbeiten würde, sollte die Wahl des Partners gut durchdacht sein. Ihr werdet für einen langen Zeitraum eng zusammenarbeiten, müsst euch in zahlreichen Punkten abstimmen, euch häufig treffen und auch schwierige Phasen überstehen, die es in jeder Masterarbeit zu bewältigen gilt. Bestenfalls verstehst du dich mit deinem Partner nicht nur menschlich gut, sondern ihr habt in der Uni bereits gemeinsame Projekte gemeistert, beispielsweise eine Hausarbeit oder eine größere Präsentation. Anschließend solltet ihr zu eurem Wunschbetreuer gehen und abklären, ob es in eurem Fachbereich überhaupt möglich ist, eine Masterarbeit als Gemeinschaftsprojekt anzugehen. Nicht jeder Professor gibt hier sein Ok und an manchen Fachbereichen ist es gar nicht vorgesehen, eine Masterarbeit als Team zu schreiben. Ob eine Masterarbeit zu zweit geschrieben werden kann, hängt auch mit der Themenauswahl zusammen: Technisch oder naturwissenschaftlich ausgerichtete Fächer eignen sich meist eher für eine größer angelegte, auf zwei Personen verteilte Masterarbeit. Bei einer Masterarbeit in Chemie wäre es beispielsweise eine Überlegung, ein größeres Projekt oder Versuche als Grundlage für eine gemeinsame Arbeit durchzuführen

Der Arbeitsprozess während der Masterarbeit – Die Balance zwischen Einzelarbeit und Teamarbeit

Habt ihr erstmal Thema und Prof gefunden, der euch das OK für eine gemeinsame Masterarbeit gibt, kann der Arbeitsprozess beginnen. Von nun an ist die Absprache untereinander das A und O, um Missverständnisse und Meinungsverschiedenheiten zu vermeiden. Gleich zu Beginn des Arbeitsprozesses wird jedes Team auf eine Probe gestellt, wenn es vor der schwierigen Aufgabe steht, eine Gliederung und damit den Roten Faden der Masterarbeit zu finden: Die Gliederung muss nicht nur beiden Parteien gefallen, sie muss auch die beide Themenbereiche gleichermaßen berücksichtigen und gewichten. Nachdem ihr eine Gliederung erarbeitet habt, kommt ihr an den Punkt, an dem ihr eure Arbeit aufteilt. Schreibt ihr eure Masterarbeit beispielsweise in Biologie und führt Versuche durch, könnte sich der eine Student mit der praktischen Arbeit befassen, während sein Partner die Auswertung der Versuche und damit den schriftlichen Teil übernimmt. Sollte eure Arbeit rein theoretisch angelegt sein, müssen eure Teile meist von Beginn an klar voneinander abgegrenzt sein. Euer Betreuer will am Ende klar trennen können, welcher Teil von welchem Studierenden bearbeitet worden ist, um individuelle Noten vergeben zu können. Auch wenn die Masterarbeit als Teamarbeit angelegt ist, scheitert an diesem Punkt oft der Gemeinschaftsgedanke. Auch wenn die Arbeit am Ende in zwei Teile gesplittet wird, die individuell benotet werden, liefert ihr immer noch eine gemeinsame Arbeit ab, sodass Vorgehensweise und Schreibstile aufeinander abgestimmt werden sollten.

Die Vor-  und Nachteile von Teamwork bei der Masterarbeit

Natürlich hört es sich zunächst immer gut an, die Masterarbeit als Team schreiben zu dürfen. Und natürlich hat Teamarbeit immer Vorteile: In einem Team arbeitet man bestenfalls eng zusammen und profitiert von den Stärken des anderen. Dort wo der eine seine Schwächen hat, kann der andere sie bestenfalls mit seinen Stärken ausgleichen. Vielleicht sitzt dein Partner gerne stundenlang in der Bibliothek und vertieft sich in die Literaturrecherche, während du eine Leidenschaft für das Schreiben hast. In gelungener Teamarbeit ergänzen sich die Partner und es lassen sich oft bessere Ergebnisse erzielen als alleine. Trotz dieser Vorzüge sollte das Gemeinschaftsprojekt Masterarbeit gut durchdacht sein, so gut es sich im ersten Moment auch anhören mag. Denn arbeiten zwei Studenten an einer Arbeit, sind Pensum und Erwartung auch dementsprechend höher. All dies gilt es vor der Masterarbeit zu bedenken, ansonsten kann das Gemeinschaftsprojekt schnell nach hinten losgehen und den Abschlussstress, statt zu verringern, noch vergrößern.