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Die Masterarbeit – Magazin | September 26, 2021

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Mein Herz schlägt für die Technik – Expertenkarriere im Software-Bereich

Mein Herz schlägt für die Technik – Expertenkarriere im Software-Bereich

Continental entwickelt die Expertenkarriere stetig weiter. Ich wurde letztens von unserem Divisionsleiter José A. Avila zum Level 4-Experten im Feld „Software-Architektur für eingebettete Systeme im Antriebsstrang“ ernannt – Eine große Ehre für mich. Das bedeutet, dass ich im genannten Bereich einer der wichtigsten Wissensträger innerhalb der Continental bin.
Die Ernennung bestätigt das, was mich in den vergangenen Jahren im Rahmen der Software-Architektur beschäftigt hat.

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Meine tägliche Arbeit

Mein tägliches Arbeitsumfeld ändert sich dadurch allerdings nicht. Als L4-Experte bin ich zuständig für die gesamte Software-Architektur aller Motorsteuerungsprojekte. Bei Powertrain dreht es sich hierbei um Embedded Software. Der Endanwender bekommt davon sehr wenig mit – außer der Tatsache, dass sie funktionieren muss. Wir sprechen hier ja unter anderem von Echtzeitvorgängen in sehr engen Zeitrastern. Denken Sie nur an die Einspritzimpulse, die sich zum Teil im Nanosekundenbereich abspielen. Das setzt eine hohe Rechenleistung voraus, die wir uns seit 2010 durch Mehrkernrechner erschlossen haben. Mein Themengebiet zielt darauf, diese Architektur weiter auszubauen. Und wir bekommen hierbei überaus positive Rückmeldungen von unseren Kunden.

Software wird im Fahrzeug immer wichtiger

Die Software spielt eine enorm große und stetig wachsende Rolle für unser Unternehmen. Unzählige Fahrfunktionen lassen sich nur durch Softwarelösungen realisieren. Sie brauchen keinen Piezo-Injektor verbauen, wenn die Hardware und die Ansteuerungssoftware nicht dazu passen. Selbstverständlich ist auch die Vision vom autonomen Fahren ohne innovative Softwarelösungen undenkbar.

Derzeit arbeite ich an einigen Software-Projekten mit. Wir haben beispielsweise die Mehrkernarchitektur auf einen soliden Sockel gestellt. Aber die Entwicklung ist noch lange nicht abschlossen. Damit geht die Neustrukturierung der Software-Architektur für Engine Management Systems einher. Ein weiteres wichtiges Thema in diesem Zusammenhang ist AUTOSAR. Um die wachsende Komplexität im Softwarebereich zu meistern, wollen wir den von Continental mitentwickelten Standard für die Software-Architektur noch weiter anwendbar machen. Bei alledem spielt auch der externe Austausch eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit der bayerischen Forschungsstiftung zum Beispiel beschäftigen wir uns im Rahmen des Forschungsverbundes FORMUS³IC mit den Herausforderungen durch Multi- und Many-Core- Systeme in den Bereichen Automotive und Avionik.

Wie man L4-Experte wird

Expertenkarriere, Managementkarriere und Entwicklungsmöglichkeiten für Projektleiter bieten grundsätzlich gleichwertige Karrieremöglichkeiten. Um ein bestimmtes Expertenlevel zu erreichen, gibt es klare Vorgaben. Für das erste Expertenlevel ist eine mindestens fünfjährige Erfahrung in dem entsprechenden Gebiet erforderlich. In der Business Unit Engine Systems wird dieses Expertenfeld dann vor einem Management-Gremium vorgestellt – vergleichbar mit einer Dissertationsrede. Bis 2006 war ich Gruppenleiter für Motorsteuerungsprojekte. Seinerzeit starteten wir dann ein Projekt für eine neue Motorsteuerungsgeneration. Ich stand vor der Entscheidung: Management- oder  Expertenkarriere. Beides war für mich sehr reizvoll. Doch dann habe ich festgestellt, dass mein Herz letztlich für die Technik schlägt. Grundsätzlich besteht eine Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Karrierepfaden. Das war auch für mich sehr hilfreich. So konnte ich 2009 direkt als L3-Experte beginnen. Da der Bereich Embedded Software für Continental und Powertrain strategisch relevant ist, gibt es auch ein entsprechendes Feld auf L4, und nach fünf Jahren als L3-Experte hatte ich meine Expertise so weit ausgebaut, dass ich für das L4-Feld berücksichtigt werden konnte.

Entscheidend ist im Grunde die Breite des Expertenfeldes. Ein L4-Software-Experte deckt divisionsübergreifend die komplette Embedded-Architektur ab. Die Experten auf dem Level darunter sind BU-übergreifend zuständig – und zwar für einen bestimmten Software-Bereich. L2-Experten wiederum arbeiten segmentübergreifend und verantworten einen kleineren Ausschnitt aus dem Embedded-Bereich. L1 schließlich ist als eine Art Vorbereitungsstufe zur Entwicklung der L2-Experten vorgesehen. Organisatorisch und hierarchisch stellt sich das in Form einer Pyramide dar. In der Praxis gibt es aber einen intensiven Austausch. Teamarbeit ist sehr wichtig, nicht zuletzt wegen der hohen Komplexität unserer Themen.

Austausch auf dem Expert Day

Innerhalb der BU ES findet jedes Jahr der sogenannte Expert Day statt. In diesem Rahmen wurden am 17. Juni 2015 auch neun weitere Mitarbeiter in den Expertenkreis aufgenommen. Der Expert Day stand diesmal im Zeichen von Design for Six Sigma, einer Methode des Qualitätsmanagements. Außerdem gab es neben einem Präsentationstraining viel Raum zum Networking und informellen Austausch. Daran werden wir bald auf einem divisionsübergreifenden Expert Day anknüpfen können.

Ich kann wirklich jeden Kollegen nur dazu ermutigen, den Pfad der Expertenkarriere einzuschlagen. Die Möglichkeit des Quereinstiegs zum Beispiel war für mich extrem vorteilhaft und bietet große Chancen. Natürlich muss man etwas Geduld mitbringen. Das kann im Vergleich zur Management-Karriere bisweilen etwas länger dauern. Denn die messbaren technischen Resultate zeigen sich ja zum Teil erst nach einigen Jahren. Und natürlich braucht man auch etwas Geduld, um sich selbst bekannt zu machen. Aber bekannt wird man ja vor allem, indem man Gutes tut.

Über den Autor: Ralf Mader

After having studied Electrical Engineering at the University of Applied Sciences in Regensburg I started working for Continental AG (former SIEMENS-VDO). In the software development for Powertrain I worked in different roles (developer, project manager, line management) and projects for various German and international OEMs. From 2006 on I was responible for the design and selection of micro controllers for the Powertrain area and the efficient use of micro controller resources. Since 2010 in addition I am leading development of the Multi Core software architecture for engine management systems. In July 2015 I was appointed as Principal Technical Expert for “Powertrain Software Architecture Embedded Systems.

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Continental ist ein weltweit führender Automobilzulieferer. Als Anbieter von Bremssystemen, Systemen und Komponenten für Antriebe und Fahrwerk, Instrumentierung, Infotainment-Lösungen, Fahrzeugelektronik, Reifen und technischen Elastomerprodukten trägt Continental zu mehr Fahrsicherheit und zum globalen Klimaschutz bei. Continental ist darüber hinaus ein kompetenter Partner in der vernetzten, automobilen Kommunikation.

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