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Magazin | September 21, 2018

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Plagiatsprüfung der Masterarbeit

Gegenüberstellung der Quelle und der Überarbeitung während der Plagiatsprüfung

Auch wenn die großen und öffentlichkeitswirksamen Plagiatsfälle à la Schavan, Guttenberg & Co. inzwischen ein wenig zurückliegen – die Unis und Fachhochschulen haben sie keinesfalls vergessen und führen Plagiatsprüfungen von Masterarbeiten mittlerweile nahezu flächendeckend durch.

 

Dass eine plagiierte Masterarbeit weit mehr ist als ein Kavaliersdelikt, ist den meisten Studierenden sehr wohl bewusst: Es geht nicht nur um die angekratzte wissenschaftliche Ehre, sondern im Ernstfall um das Risiko einer unfreiwilligen Exmatrikulation. Nach den Unis und Fachhochschulen greifen daher immer mehr Studierende zur Selbsthilfe und führen Services wie eine Plagiatsprüfung der Masterarbeit ihrer eigenen Arbeiten durch  – noch bevor der erste Entwurf jemals das Licht der Welt erblickt.

 

Grund genug für uns, uns einmal anzusehen, wie Plagiatsprüfungen von Masterarbeiten funktionieren und Euch mit Ratschlägen zur Durchführung des Plagiats-Checks und zur Interpretation der Ergebnisse der Plagiatsprüfung zu versorgen. Wir haben uns bei den Tipps am Beispiel des Plagiats-Checkers PlagAware orientiert. Zum einen, weil dieses Tool bei vielen Unis eingesetzt wird – aber auch, weil es viele Funktionen für Studierende und Autoren von wissenschaftlichen Arbeiten mitbringt.

 

Trau, Schau, Wem: Kleingedrucktes zur Plagiatsprüfung

Kein Prüftext, keine Plagiatsprüfung. Es versteht sich daher von selbst, dass wir unsere wertvolle Masterarbeit an den Plagiat-Finder übergeben müssen. Ganz wohl ist es uns dabei aber nicht – immerhin wird durch den Upload eine Kopie unserer Arbeit erzeugt und Dritten zur Verfügung gestellt. Dies sollte Euch in jedem Fall bewusst sein; falls Ihr Eure Masterarbeit bei einem Unternehmen macht, klärt zur Sicherheit ab, ob die die Durchführung einer Plagiatsprüfung zulässig ist.

Bei uns verrät ein kurzer Blick in die AGB und in die Hinweise zum Datenschutz von PlagAware, dass die hochgeladenen Texte privat bleiben, jederzeit vollständig gelöscht werden können und während der Plagiatsprüfung ausschließlich auf deutschen Servern gespeichert werden – was bedeutet, dass die Daten dem verhältnismäßig strengen Deutschen Bundesdatenschutzgesetz unterliegen. Achtung, keiner dieser Punkte ist selbstverständlich! Einige Unternehmen verleiben sich die hochgeladenen Arbeiten ihrem eigenen Datenbestand ein; sicherlich nichts, was wir als Verfasser der Masterarbeit wollen. Ein Blick in die Bedingungen Plagiats-Checkers lohnt sich schon alleine deshalb allemal. Findet Ihr keine entsprechenden Hinweise, schaut Euch nach Alternativen für die Plagiatsprüfung um.

 

Wissenschaftlicher Selbstmord mit Plagiatsprüfungen?

An dieser Stelle wollen wir aber dennoch mit einem verbreiteten Vorurteil aufräumen: Viele Studierende haben Angst, dass die Plagiatsprüfung der eigenen Masterarbeit dazu führt, dass diese später bei der Prüfung der Uni als Plagiat eingestuft wird.

Diese Angst ist normalerweise unbegründet. Zum einen arbeiten Unis zumeist mit eigenen Datenbeständen, die in der Regel nicht mit öffentlichen Quellen unbekannter Herkunft vermischt werden. Zum anderen ist die Plagiatsprüfung bei aller Software-Unterstützung ein manueller Prozess, der eine individuelle Einschätzung benötigt. Eine automatische Klassifizierung in „kein“, „eventuell“ oder „sicher ein Plagiat“ kann zwar als erster Anhaltspunkt diesen – aber niemand wird Euch ohne genaue inhaltliche Prüfung exmatrikulieren, weil die Plagiatsampel eines Software-Tools auf „Rot“ steht.

 

Leinen los, wir starten!

Das Hochladen der Arbeit selbst gestaltet sich unspektakulär – Benutzerkonto eröffnen, ScanCredits (die Währung für die Plagiatsprüfung bei unserem Anbieter) kaufen, Datei auswählen und ab die Post.

Denkt daran, dass die Programme für die Plagiatsprüfung mit all den hübschen Bildern, Diagrammen und Tabellen Eurer Arbeit wenig bis gar nichts anfangen können. Im besten Fall werden sie ignoriert, im schlechtesten Fall verlängern sie Eure Arbeit und machen damit die Prüfung teurer. Schont also Euren Geldbeutel und Eure Bandbreite und ladet die Arbeit als Textdatei hoch. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass die Plagiatssuchmaschine bei dem Versuch, sinnvollen Text aus Eurem Dokument zu generieren, kein Schiebepuzzle mit den Abschnitten der Masterarbeit veranstalten kann.

Die Prüfung selbst wird mit einem Klick gestartet, der unsere Arbeit in die Warteliste der durchzuführenden Plagiatsprüfungen aufnimmt. Eine halbe Stunde und eine Benachrichtigungsmail später können wir die Ergebnisse ansehen und werden von einem hübsch bunt eingefärbten Prüfbericht und einem „Prozentsatz kopierter Worte“ von immerhin 11% belohnt. Nanu? Dabei waren wir uns so sicher, alles richtig zitiert zu haben…

 

Der Prüfbericht im Detail

Die Ergebnisse der Plagiatsprüfung gibt’s entweder als PDF-Bericht oder als interaktive Seite im Benutzerbereich unseres Plagiat-Finders. Dabei ist die Webseite deutlich aussagekräftiger als die PDF-Datei – während auf der Webseite eine grafische Übersicht aller gefundenen Quellen zur Verfügung steht, gibt’s diesen Luxus (verständlicherweise) im PDF-Report aus Platzgründen nicht. Außerdem können die gefundenen Quellen auf der Webseite nachbearbeitet werden, was allerdings auch notwendig ist:

 

  • Unsere Eidesstattliche Erklärung wurde uns gleich angekreidet – keine wirkliche Überraschung. Ein Klick auf „Quelle ausschließen“ macht diesem Spuk ein Ende – und voilà – schon sind wir bei einem Plagiats-Prozentsatz von 10%. Es geht voran. Damit man nicht schummeln und beliebige Quellen ausschließen kann, listet das Tool die Quelle aber unter „ausgeschlossene Quellen“ im Bericht der Plagiatsprüfung. Ordnung muss sein.

 

  • Generell erscheint uns die Plagiatsprüfung ein wenig paranoid. In der Default-Einstellung werden alle Quellen mit einer minimalen Übereinstimmung von 25 Worten gemeldet. Im Verlauf der ganzen Arbeit kommen schnell mal 25 Worte durch gängige Formulierungen zusammen, auch wenn die Texte wenig miteinander zu tun haben. Zwei Lösungen bieten sich an: Zum einen kann die Empfindlichkeit heruntergesetzt werden (das geht auch noch nach der Plagiatsprüfung), zum anderen lassen sich diese Quellen natürlich auch manuell ausschließen. Da wir nichts verpassen wollen, wählen wir den zweiten Weg – auch wenn er ein wenig arbeitsintensiver ist.

 

  • Das Literaturverzeichnis unserer Masterarbeit hat sich die Plagiatssuchmaschine offensichtlich genauer angeschaut: Alle Quellen, zu denen wir die Web-Adresse aufgeführt hatten, wurden bei der Plagiatsprüfung als gültiges Zitat bewertet, beruhigend grün eingefärbt und zählen damit nicht zu dem erwähnten „Prozentsatz kopierter Worte“. Dies gilt allerdings wirklich nur für Quellen mit angegebener Web-Adresse – korrekt zitierte Quellen aus Journals wurden entweder als nicht angegebene Quelle gewertet oder gar nicht gefunden. Beides lässt sich leicht korrigieren, indem man die gefundenen Quellen als „angegeben“ markiert und kostenpflichtige Quellen, auf die der Plagiat-Checker keinen Zugriff hat, in die Referenz-Bibliothek hochlädt. Dankenswerterweise erlaubt PlagAware diese Überarbeitungen, ohne erneut für die Plagiatsprüfung zahlen zu müssen.

 

  • Nach getaner Arbeit landen wir schließlich bei einem sehr akzeptablen Prozentsatz von 2% kopierter Worte – und dies umfasst einzelne Satzfetzen, bei denen man eine Täuschungsabsicht getrost anzweifeln kann.

 

Weitere Hinweise zur Bewertung und Interpretation des Prüfberichts der Plagiatsprüfung gibt es übrigens direkt auf der Seite des Plagiat-Finders.

 

Fazit – Nützlich und beruhigend, aber nicht perfekt

Die Plagiatsprüfung von Masterarbeiten ist durchaus dazu geeignet, das beruhigende Gefühl zu vermitteln, keine wichtigen Zitatstellen übersehen zu haben. Außerdem ist gerade die Gegenüberstellung von der Quelle und dem eigenen Text sehr hilfreich, um bearbeitete Zitate zu kontrollieren. Wer sich also während des Schreibens und vor der finalen Abgabe der Arbeit einen Überblick über die verwendeten Quellen verschaffen will, dem sei die Plagiatsprüfung durchaus ans Herz gelegt. Im „schlimmsten“ Fall gibt es keine Fundstellen, und man hat weitere Gewissheit, dass alles in Ordnung ist.

Allerdings sind auch die besten Programme für die Plagiatsprüfung nicht perfekt. Naturgemäß hat eine Plagiats-Suchmaschine nicht alle Texte im Repertoire, sondern „nur“ diejenigen, die öffentlich verfügbar sind. Außerdem können sie zumeist nicht entscheiden, ob ein Zitat nach den individuellen Regeln der Hochschule korrekt kenntlich gemacht wurde. Wenn Ihr Eurem Plagiat-Finder an diesen Stellen ein wenig auf die Sprünge helft, ist die Plagiatsprüfung jedoch ein sehr nützliches Werkzeug, um den Texte der Masterarbeit zu verbessern und das Risiko zu senken, unabsichtlich Plagiate durch nicht angegebene Quellen zu erzeugen.

 

 

Gegenüberstellung der Quelle und der Überarbeitung während der Plagiatsprüfung

Gegenüberstellung der Quelle und der Überarbeitung während der Plagiatsprüfung (Quelle: https://www.plagaware.com)

Ratgeber und Tipps für die Plagiatsprüfung

  • Auch wenn es mühsam ist: Schaut Euch das Kleingedruckte der Plagiats-Suchmaschine an, insbesondere die Hinweise zum Datenschutz. Seid besonders vorsichtig, wenn Ihr einen Sperrvermerk bezüglich der Veröffentlichung unterschrieben habt. Klärt in diesem Fall ab, ob eine Plagiatsprüfung zulässig ist.
  • Vorsicht vor ausländischen Anbietern und/oder ausländischen Serverstandorten. Hier gilt das Bundesdatenschutzgesetzt nicht oder nur begrenzt, was es schwieriger bis unmöglich macht, im Zweifelsfall die Löschung der Inhalte zu erwirken.
  • Viele Anbieter werben damit, dass Eure Datei nicht gespeichert wird. Das hört sich zwar beruhigend an, darf aber getrost bezweifelt werden: Zumindest während der Durchführung der Plagiatsprüfung liegt der Text Eurer Arbeit auf einem fremden Server.
  • Allerdings ist die Speicherung auf dem Server des Plagiats-Checkers nicht per se schlecht: Solange nur Ihr Zugriff darauf habt, erlaubt Euch das, die Plagiatsprüfung zu überarbeiten und neue Versionen derselben Arbeit zu prüfen (sofern dies von der Suchmaschine unterstützt wird).
  • Die Plagiatsprüfung funktioniert zuverlässig für Dokumente, die über eine Web-Adresse öffentlich verfügbar sind. Denkt aber daran, dass Programme für die Plagiatsprüfung keinen Zugriff auf alle Texte, wie z.B. kostenpflichtige wissenschaftliche Artikel oder Vorjahresarbeiten haben. Hochschulen haben diese Texte gegebenenfalls lizensiert und können damit unter Umständen Quellen aufspüren, die Euch verborgen bleiben.
  • Falls Ihr Eurerseits nichtöffentliche Texte besitzt, aus denen Ihr zitiert habt, könnt Ihr diese Texte vor dem Plagiats-Check hochladen. Sie werden so in die Plagiatsprüfung einbezogen und erlauben Euch die Kontrolle, ob Ihr die richtigen Abschnitte als Zitat markiert habt.
  • Plagiats-Checker können nicht entscheiden, ob eine Quelle, die Ihr korrekt (nach den Regeln Eurer Hochschule) zitiert habt, identisch mit einer Web-Adresse ist, die bei der Plagiats-Suche gefunden wurde. Gebt also die Web-Adresse im Literaturverzeichnis mit an oder achtet darauf, dass Euer Plagiat-Finder diese manuelle Zuordnung erlaubt.
  • Manche Programme für die Plagiatsprüfung (wie z.B. PlagAware) erlauben Euch die kostenlose Überarbeitung des Prüftexts. Nutzt diese Funktion, um zu überprüfen, ob sich bei den Änderungen an der Arbeit Zitier-Fehler und ungewollte Plagiate eingeschlichen haben.