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Magazin | August 20, 2018

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Betreuungsleistung von Professoren und die Erwartungen von Studierenden

Ein guter Dozent für die Masterarbeit ist Professor
n.reinhard@die-masterarbeit.de'

Studierende sind sich oft im Unklaren darüber, was genau Sie sich von einer Betreuung durch einen Hochschulprofessor erhoffen können. Wie viel Weisung wird vorgegeben? Wie oft kann man oder darf man Rücksprache halten? Können auch schon erste Kapitel der Abschlussarbeit vorab gegengelesen werden? Während dies in der Praxis natürlich von Professor zu Professor und von Hochschule zu Hochschule variiert, so gibt es doch einen groben Leitfaden. Wir haben für Euch die wesentlichen Punkte zusammengefasst.

Während der Bachelor- oder Masterarbeit: Erwartungen an den Professor oder Betreuer

Der Professor kann als Betreuer der Abschlussarbeit zunächst einmal sehr aktiv bei der Themenfindung unterstützen. Insbesondere wird die Hilfe konkret, wenn es darum geht verschiedene Ideen zu bündeln und zu formalisieren. Die schriftliche Formulierung und Fixierung des Themas ist als Richtschnur für die Bachelor- oder Masterarbeit immer noch sehr wichtig, da sich hieraus auch konkret die zu bearbeitenden Aufgaben ergeben. Normalerweise läuft so etwas dann über die Anfertigung eines Exposés. Der Studierende konkretisiert das Thema, attributiert wissenschaftliche Relevanz und definiert erste Schritte, die zur Problemlösung dienen könnten. Der akademische Betreuer kann diesen Prozess aktiv unterstützen und auch die Wissenschaftlichkeit der Abschlussarbeitsicherstellen. Dieser gemeinsame iterative Prozess ist sehr wichtig, da natürlich die Erfolgskontrolle – also die Bewertung der Abschlussarbeit – letztlich anhand der im Exposé definierten Ziele erfolgt.

Wenn die Abschlussarbeit im Unternehmen geschrieben wird, ist es oftmals auch im Sinne des Betreuers, sich vorab kurz mit dem Unternehmen zu treffen und über die wichtigen Eckpunkte der Abschlussarbeit auszutauschen. Dies ist aber natürlich meist nur möglich, wenn sich das Unternehmen in geographischer Nähe befindet. Alternativ wird dies natürlich auch gelegentlich per Telefon geregelt.

Während der Bearbeitungszeit drückt sich die Betreuungsleistung primär darin aus, dass verschiedene Richtungen der wissenschaftlichen Bearbeitung aufgezeigt werden. Dies ist insbesondere dann erfolgversprechend, wenn sich das Thema sehr nah an den Kernkompetenzen des Betreuers orientiert. Dies wurde aber natürlich im Idealfall schon vorab sichergestellt. Allerdings kann man vom Betreuer auch nicht zu viele Weisungen erwarten, da natürlich die akademische Freiheit bestehen bleiben soll, verschiedene Richtungen und Möglichkeiten auszuprobieren. Am Ende des Tages bleibt die Bachelor-/ Masterarbeit ein eigenes, unabhängiges Werk für dessen Erfolg der Studierende allein verantwortlich ist.

Die Eigeninitiative der Studierenden ist also – trotz Existenz eines Betreuers – weiterhin entscheidend. Fortschritte sollte man dem Betreuer folglich klar kommunizieren. Von sich aus erkundigt sich der Betreuer meist nur, wenn wirklich monatelang keine Kommunikation stattfand. Dabei ist nicht immer ein physisches Treffen notwendig: Auch telefonisch kann ein Austausch hervorragend funktionieren. Der Betreuer bietet meistens auch an, dass schon während der Schreibphase einzelne Kapitel oder Abschnitte gelesen werden können. Dazu sollte vom Studierenden aber Zeit eingeplant werden – meistens, insbesondere während der Vorlesungszeit – mindestens eine Woche (was natürlich auch von der Länge und Komplexität des Abschnitts abhängt). Hier kann der Studierende jedoch nochmals konkrete Verbesserungsvorschläge erwarten, die die Arbeit formal und inhaltlich in eine richtige Richtung lenken. Was der Studierende vom Professor auf jeden Fall erwarten kann ist eine zeitnahe (wie in der Prüfungsordnung vereinbart) Korrektur der Abschlussarbeit. Auch die Bewertungskriterien sind normalerweise transparent dargelegt, bzw. fließen direkt aus dem vereinbarten Exposé.

Erwartungen an den Studierenden bei einer Bachelor- /Masterarbeit

Die Erwartung, die eigentlich alle Betreuer an Ihre Studierenden haben, ist: Eigenständigkeit. Eine grundsätzliche Kompetenz in wissenschaftlichen Methoden sowie den Grundlagen der Themen wird natürlich vorausgesetzt. Aber bereits während der Anfertigung des Exposés und in Vorbereitung auf die ersten Treffen mit dem Betreuer, kann diese Eigenständigkeit gut nachgewiesen werden. Die eigenständige Einordnung eines Themas, das Auffinden relevanter Literatur sowie das Stellen der richtigen Fragen untermalen dies.

Sollte es trotzdem Probleme und Schwierigkeiten bei der Bearbeitung geben, so kann man natürlich in gewissen Maße auf die Betreuung an der Hochschule zurückgreifen. Aber Wissenslücken oder methodisches Wissen kann so nicht kompensiert werden: Auch hier ist Eigenständigkeit gefragt. Durch lockere Arbeitsgruppen mit anderen Studierenden, die sich ebenfalls mit ihrer Abschlussarbeit beschäftigen, können Probleme effektiv gelöst werden. Dadurch, dass man eine ähnliche Phase durchläuft kann der externe Blick oft hilfreich sein, weshalb sich weiterhin ein reger Austausch mit den Kommilitonen empfiehlt.

Betreuer akademischer Abschlussarbeiten erwarten zudem, dass Probleme und Schwierigkeiten offen und rechtzeitig angesprochen werden. Eine Terminvereinbarung sollte unkompliziert per E-Mail einige Tage im Voraus eingeleitet werden. Damit die Gespräche produktiv und zielführend verlaufen, erwartet der Betreuer von den Studierenden eine gute Vorbereitung. So sollte man sich schon ausführlich Gedanken gemacht haben, welche möglichen Ursachen es für die beobachteten Phänome gibt, welche weiteren Methoden möglich wären und wie sich die Schwierigkeiten potentiell beheben lassen. Dabei sollte man als Studierender beachten, dass man meist schon ein größerer Experte im ausgewählten Themenfeld ist, als der Professor/ Betreuer. Dementsprechend kann die inhaltliche Weisung meist mehr aus Erfahrung als aus tiefgründigen Einsichten kommen. Dieser Tatsache sollte man sich als Studierender auf jeden Fall bewusst sein.

Wichtig – und auch dies wird von den Professoren erwartet – ist eine adäquate Nachbereitung eines jeden Gesprächs. Das heisst konkret: Was wurde besprochen? Welches Ergebnis gab es? Was sind die nächsten Schritte zur Bearbeitung des Themas? Wurde bereits ein Datum für ein nächstes Treffen vereinbart? Professoren und Betreuer sind vielbeschäftigte Menschen: Deshalb ist Planung eine der wichtigsten Erwartungen an Studierende.